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News & Aktuelles

14. März 2020
Autor:
Publisher: FH Finanzplanung

Corona stürzt die Welt ins Chaos

Ein Virus bringt uns die größte Krise seit dem 2. Weltkrieg

Das neuartige Grippe-Virus löst Panik in Politik und bei den Behörden aus. Durch drakonische Maßnahmen der betroffenen Länder, mal mehr mal weniger, wurden auch die Finanzmärkte infiziert. Das öffentliche Leben in Italien steht still, der volkswirtschaftliche Schaden wird immens sein. In Deutschland drohen ähnliche Verhältnisse. Der Luftverkehr wird weltweit eingedampft, die Länder schließen ihre Grenzen. Die Welt steht Kopf.

 

Der Versuch einer Einschätzung:

Die aktuellsten Zahlen und Erlasse der Behörden können sich alle dank Social Media und der globalen Vernetzung jeden Tag zu Gemüte ziehen. Ob die nun getroffenen Maßnahmen sinnvoll, notwendig oder übertrieben sind, darf jeder selbst entscheiden. Natürlich muß man das Virus ernst nehmen, jedoch ist die Angst vor dem Virus gefährlicher als das Virus selbst.

 

Hier mal ein paar Zahlen; In China, wo die Krise ihren Ursprung hat, gibt es nur noch wenige neue Erkrankungen, insgesamt gemeldet sind ca. 80.000, davon ca. 3.200 gestorben. Die Zahlen aus China sind natürlich sehr zu hinterfragen, die Tendenz dürfte aber stimmen. In Südkorea, wo durch eine Sekte (60% der Fälle) das Virus stark verbreitet wurde, sind die Neuinfektionen ebenfalls stark rückläufig, insgesamt ca. 8.000 Erkrankte und 70 Todesfälle. In Norditalien ist ebenfalls ein Hotspot. Hier hat der Großteil der europäischen Textilindustrie Standorte, die sehr mit China verbunden ist. Hier wurde das Virus durch einreisende Chinesen eingeschleppt.

In der BRD sind momentan ca. 4.800 Erkrankungen gemeldet, 10 davon sind gestorben. Bei über 80% der Fälle liegen nur leichte grippeartige Symptome vor, wie Halsschmerzen, Husten und leichtes Fieber. Todesfälle traten nur bei älteren Patienten mit chronischen Vorerkrankungen auf. Die Zahlen hinken natürlich ca. 14 Tage hinterher, da die Inkubationszeit so lange sein kann.
Zum Vergleich Zahlen der diesjährigen saisonalen Grippe-Welle in Deutschland. Es gab ca. 120.000 gemeldete Influenza-Erkrankungen, wovon ca. 200 gestorben sind. Weltweit erkranken jährlich ca. 500 Mio. an einem Influenza-Virus bei tödlichem Ausgang zwischen 250.000 und 600.000 Menschen, je nach Jahr und Schwere des Verlaufs.

 

Die Finanzmärkte wurden von den markanten Maßnahmen der Regierungen und Gesundheitsbehörden in Europa und den USA auch völlig überrascht. Keiner hat mit dieser Massenpanik gerechnet. Da heute zu 80% Computer den Börsenhandel bestimmen, verstärken sie automatisch jede Bewegung nach unten. So kommt es zu solchen heftigen Einbrüchen wie wir sie in den letzten 3 Wochen gesehen haben (Im Durchschnitt Verluste vom Hoch von 35%). Die Dynamik ist nahezu Atem beraubend.
Außerdem werden Großinvestoren durch Kreditlinien und Regularien (sogenannte Margin-Calls) „technisch“ dazu gezwungen, alles zu verkaufen, was liquide veräußerbar ist. Das verstärkt die Abwärtsbewegung zusätzlich. Hier werden dann keine Unternehmenszahlen mehr berücksichtigt.

Warren Buffet, ein einflußreicher US-Investor und Gründer von Berkshire Hathaway, sagte diese Woche: „If you stick around long enough, you’ll see everything in markets. “And it may have taken me to 89 years of age to throw this one into the experience.

 

Dazu kam unglücklicherweise noch der Ölpreis-Crash (gut für uns Verbraucher), den die Streithähne Russland und Saudi-Arabien verursacht haben, mit der Ankündigung, die Rohöl-Förderung massiv auszuweiten. Anfang Januar kostete das Barrel Brent Öl noch 70 US-Dollar, heute 35 US-Dollar.

 

Natürlich leiden viele Unternehmen unter den amtlich verordneten Restriktionen, vor allem die Luftfahrt-, Tourismus- und Veranstaltungsindustrie. Hier wurden Liquiditätshilfen und Bürgschaften zur Überbrückung der Krise in Aussicht gestellt. Durch die heutigen starken Verknüpfungen der weltweiten Lieferketten wird die gesamte Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Die Notenbanken stellen deshalb den Geschäftsbanken massiv Liquidität zur Verfügung, um keine Kreditkrise zu riskieren. Die US-Notenbank wird ihren Leitzins nächste Woche wohl auch auf nahe Null senken.
Was jetzt noch fehlt, sind wirksame Konjunkturpakete, vor allem für die stark betroffenen Branchen, von Seiten der europäischen Staaten, allen voran von Deutschland. Deutschland kann zu Minuszinsen Schulden machen. Und wenn damit Investitionen in die Zukunft getätigt werden, sind das „gute Schulden“.

 

Die schlechten Nachrichten werden zunächst anhalten (die Presse kennt nichts anderes). Die Wirtschaftsleistung wird dieses Jahr gegenüber 2019 deutlich sinken. Was auch bedeutet, daß es 2021 Aufholeffekte geben kann. Nun muß man abwarten, bis die Bevölkerungen im Westen „durchinfiziert“ sind, sodaß viele Immunisierungen stattfinden, die dann sowohl körperlich als auch psychisch die Stimmung nach oben ziehen. Wo das Ganze hinführt, kann man leider nicht sagen, da wir hier medizinisch Neuland betreten haben.
Aus heutiger Sicht ist Besserung gegen Ende des Jahres zu erwarten. Die Börse preist dies wie immer mit einem gewissen Vorlauf ein. Wenn keine weiteren Horrormeldungen hinzukommen, wird dies auch schnell gehen, da es ein exogener Schock war.

Es gibt ja aber auch positive Nachrichten aus China und Südkorea, wo der Virus vermeintlich unter Kontrolle gebracht wurde. In China wird die Produktion und das wirtschaftliche Leben Ende April wohl wieder das normale Niveau erreicht haben.

In solchen Marktphasen ist es als Privatinvestor fast unmöglich, vernünftig zu handeln. Dafür geht alles viel zu schnell. Hier sind gute Nerven gefordert, so schwer das einem fallen mag. Genauso benötigt es Mut, bei solchen Ereignissen und schlechten Nachrichten, Geld zu investieren, auch wenn jedem klar sein muß, daß er fast nie beim absoluten Tiefpunkt kauft Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. Ich kann Ihnen nur sagen, daß zwischen 8.000 und 8.600 DAX-Punkten die Buchwerte der Unternehmen erreicht ist.

Die heutige Situation ist statistisch bedingt mit dem Crash 1987 vergleichbar.

In der Grafik sehen Sie den S&P 500 Index, das ist der marktbreite US-amerikanische Aktienindex, in der Zeit vom 13.7.1987 bis 13.7.1989 (2 Jahre). Der Kurssturz brachte dem Index ein Verlust von 36% in knapp 3 Wochen. Es trat knapp einen Monat später nochmal ein Tief auf. Danach dauerte es ungefähr 18 Monate bis das alte Hoch wieder erreicht wurde. Ob das diesmal ähnlich verläuft oder die Erholung länger dauert, steht allerdings in den Sternen. Wollen wir hoffen, daß es zu keiner langen Weltwirtschaftskrise kommt. Es wird noch längere Zeit sehr heftige Schwankungen geben.